Von 3D-Scannern und –Druckern.

27. Februar 2009 von Philip Steffan | Keine Kommentare

Ein sehr wich­ti­ger Bestand­teil der „Demo­kra­ti­sie­rung des Pro­duk­ti­ons­wis­sens“ wer­den Maschi­nen sein, die nahezu belie­bige Objekte her­stel­len kön­nen: Einer­seits wer­den diese Maschi­nen klei­ner und bezahl­ba­rer, sodass nicht nur große Kon­zerne die Mög­lich­kei­ten zur Fer­ti­gung spe­zi­el­ler Teile haben wer­den. Ande­rer­seits ermög­li­chen diese Maschi­nen dank neuer Tech­ni­ken auch voll­kom­men neue Kon­struk­tio­nen, die in der klas­si­schen Mate­ri­al­be­ar­bei­tung nicht mög­lich waren.

Zu die­sen Maschi­nen gehö­ren auch 3D-Drucker, die im Wesent­li­chen Schicht für Schicht ein drei­di­men­sio­na­les Com­pu­ter­mo­dell in ein real exis­tie­ren­des Objekt umset­zen. Dabei gibt es zwei füh­rende Methoden:

Beim einen Typus von 3D-Druckern wird mit einer Art Kleb­stoff Schicht für Schicht in eine dünne Lage eines Bin­de­mit­tels gedruckt. Der Druck­kopf ähnelt dabei dem Druck­kopf eines Tin­ten­strahl­dru­ckers. Sobald eine Ebene fer­tig gedruckt ist, wird eine neue Lage Bin­de­mit­tel auf­ge­tra­gen und dort­hin­ein die nächste Schicht „gedruckt“. Ist das gesamte Objekt aus­ge­druckt, wird das nicht ver­klebte Bin­de­mit­tel abge­saugt. Das poröse 3D-Objekt muss noch in Wachs oder einen Kunst­stoff getaucht wer­den, um sta­bil zu blei­ben. Durch ver­schie­den­far­bige Kleb­stoffe sind auch far­bige Objekte möglich.

Ein ande­res Ver­fah­ren kommt ohne Bin­de­mit­tel aus: Eine geheizte beweg­li­che Düse baut wie bei einem Plot­ter die Objekte (eben­falls Schicht für Schicht) aus flüs­si­gem Kunst­stoff auf. Im Wesent­li­chen ist ein sol­cher Dru­cker eine com­pu­ter­ge­steuere Fräse mit einer Art Heiß­kle­be­pis­tole anstelle eines Fräs­kop­fes. Über­hän­gende Teile wer­den mit einem ande­ren Stütz­ma­te­rial abge­si­chert, das nach dem Druck aus­ge­wa­schen oder manu­ell ent­fernt wird.

Der ame­ri­ka­ni­sche Talk­mas­ter und Samm­ler his­to­ri­scher Autos Jay Leno ist von 3D-Druckern vor allem begeis­tert, weil sie es ermög­li­chen, Ersatz­teile her­zu­stel­len, die nicht mehr zu kau­fen sind (Video auf englisch):

Bis­lang sind noch fast alle exis­tie­ren­den 3D-Scanner und Dru­cker kom­mer­zi­elle Indus­tri­e­lö­sun­gen, die noch min­des­tens meh­rere Tau­send Euro kos­ten. Im Open-Source-Bereich gibt es bereits den David-3D-Scanner (der aber Win­dows vor­aus­setzt), bei den Dru­ckern ist der RepRap das Open-Source-Projekt mit der meis­ten Aufmerksamkeit.

Wir hal­ten die Ver­füg­bar­keit von „3D-Kopieren“ und Gerä­ten, die selbst­tä­tig vir­tu­elle Pläne in reale Gegen­stände umwan­deln für einen der wich­tigs­ten Punkte im Wan­del von Krea­tion und Pro­duk­tion im kom­men­den Jahrzehnt.

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