Botanifon: Wenn Pflanzen twittern
Twitter entwickelt sich immer mehr zum universellen Info– und Benachrichtigungsdienst und so vergisst man schon mal die, die eben nicht „drin“ sind und nur über E-Mail, Telefon oder gar nur persönlich zu erreichen sind: Mama, Oma oder den Ficus im Wohnzimmer.
Den ersten beiden kann damit geholfen werden, indem man abgelegte Kommunikationsgeräte wie Handys und Laptops durch die Generationen weitergibt; die Pflanze hat indes nichts davon: Sie vertrocknet langsam, während man in irgendeiner Kneipe bei Twitter-Meetings und –Lesungen zusammensitzt.
Das muss nicht sein! Findige Baustler in den USA stecken ihr selbstgebautes Gerät auf (was auch sonst) Arduino–Basis einfach in die Pflanzenerde und holen den floralen Gefährten einfach mit ins Web 2.0:
Das schicke Gerät in Blattform nennt sich im Original Botanicalls-Kit und ist (wie das Wort „Kit“ schon erahnen lässt) ein Bausatz, den man mit Einsteiger-Lötkenntnissen selbst zusammenbauen kann. (Da wir den Originalnamen für unsere identische Version nicht verwenden dürfen, heißt das schöne Gerät bei uns Botanifon: Der Pflanzenversteher.) Zwei Sonden messen, ob die Pflanze genug Wasser hat (im Klartext: Der elektrische Widerstand der mehr oder weniger feuchten Erde wird gemessen) und twittern auf Wunsch und im Notfall, wie es der Pflanze geht:
Bisher konnte man den Bausatz nur für 100 Dollar in den USA bestellen, bausteln.de verkauft aber ab dem 1. April das komplette Botanifon-Kit auch in Deutschland (natürlich mit passendem 240V-Netzteil mit Eurostecker), siehe unser Shop.
Premiere feiert der Pflanzenversteher auf der re:publica’09 in Berlin — Deutschlands größer Social-Media-Konferenz vom 1. bis 3. April. Dort kann man am Tisch von bausteln.de die Bausätze begutachten, kaufen und auf Wunsch unter Anleitung auch selbst vor Ort zusammenlöten (oder bei Unfähigkeit/Unwillen/keine Hände etc.) auch von uns zusammenlöten lassen.
Dank Open-Source-Hardware und –Software kann man seinen persönlichen Pflanzen-Twitter-Adapter natürlich auch beliebig modifizieren — im Wesentlichen ist es ja nur ein etwas extravagant geformter Arduino mit einem Netzwerkmodul. Fast beliebige Sensordaten können also in den gewünschten Internetdienst geleitet werden, wenn man die Programmierung verändert.
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9 Kommentare zu „Botanifon: Wenn Pflanzen twittern“.
[…] das Twitterpflanzenset ist doch genau für Andreas erfunden. Bei dem verdursten nämlich sogar […]
Niedlich
Kommt hier auch noch mal was Neues im Blog? Ich würde mich freuen.
Kommt, versprochen — wir sind nur gerade in Berlin auf der re:publica und kommen nicht zum Schreiben. Am Wochenende geht’s weiter mit den Inhalten.
Finde die Idee ja prinzipiell wirklich gut, ABER:
1) einen Stromanschluss? Muss das sein? Ginge nicht ein Minisolarkollektor oder evtl. einen Wärmetauscher für die Stromerzeugung. Ich weiß ja dass soll günstig sein, aber so müsste man jeder Pflanze ein Netzteil spendieren (das soweit ich verstanden habe beiligt) und das ist alles andere als Umweltschonend.
2) WLAN möglich? Patchkabel durch die ganze Wohnung, neeee. Muss nicht sein
Sonst sehr schön, werde mir das bei Gelegenheit mal in echt anschauen wenn ich in Berlin bin vielleicht.
Tolle Ideen, Nils. Meine Idee einer Version 2.0 wäre auch eine Trennung von Sensor– und Netzwerkmodul, so dass man auch mehrere Sensoren haben kann, die an eine Zentrale funken. Die Sensoren wären dann solarbetrieben, der Prozessor würde den größten Teil der Zeit „schlafen“, um weniger Strom zu verbrauchen und dann z.B. per XBee-Funk den Status an die Zentrale weiterzugeben (die dann über Kabel oder WLAN online geht).
Das Schöne ist ja: Dank Open Source könnte das jeder entwickeln. Ich habe sicher nicht die Zeit dazu, würde das aber auf jeden Fall unterstützen.
[…] dachte mir, für die ersten Gehversuche ist ein fertiger Bausatz das beste. Daher habe ich mir das Botanifon als Bausatz zugelegt. Als alter Löthase, war das Zusammenbauen kein großes Problem. Einzig der […]
Pretty cool stuff;-)
Super Idee, früher die manuelle Lösung mittels Schlauch nun die twitternde Pflanze, die selbst nach Wasser ruft.
Witzige Sache. Wundert mich aber ein wenig, das das hier in Deutschland noch keiner richtig aufgegriffen hat. Bei so vielen Pflanzenfans lässt sich damit bestimmt noch was Sinnvolles anstellen
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