Botanifon: Wenn Pflanzen twittern

21. März 2009 von Philip Steffan | 9 Kommentare

Twit­ter ent­wi­ckelt sich immer mehr zum uni­ver­sel­len Info– und Benach­rich­ti­gungs­dienst und so ver­gisst man schon mal die, die eben nicht „drin“ sind und nur über E-Mail, Tele­fon oder gar nur per­sön­lich zu errei­chen sind: Mama, Oma oder den Ficus im Wohnzimmer.

Den ers­ten bei­den kann damit gehol­fen wer­den, indem man abge­legte Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­räte wie Han­dys und Lap­tops durch die Gene­ra­tio­nen wei­ter­gibt; die Pflanze hat indes nichts davon: Sie ver­trock­net lang­sam, wäh­rend man in irgend­ei­ner Kneipe bei Twitter-Meetings und –Lesun­gen zusammensitzt.

Das muss nicht sein! Fin­dige Baust­ler in den USA ste­cken ihr selbst­ge­bau­tes Gerät auf (was auch sonst) Arduino–Basis ein­fach in die Pflan­zen­erde und holen den flo­ra­len Gefähr­ten ein­fach mit ins Web 2.0:

botanifon (zusammengebaut und im Einsatz)

Das schi­cke Gerät in Blatt­form nennt sich im Ori­gi­nal Botanicalls-Kit und ist (wie das Wort „Kit“ schon erah­nen lässt) ein Bau­satz, den man mit Einsteiger-Lötkenntnissen selbst zusam­men­bauen kann. (Da wir den Ori­gi­nal­na­men für unsere iden­ti­sche Ver­sion nicht ver­wen­den dür­fen, heißt das schöne Gerät bei uns Bota­ni­fon: Der Pflan­zen­ver­ste­her.) Zwei Son­den mes­sen, ob die Pflanze genug Was­ser hat (im Klar­text: Der elek­tri­sche Wider­stand der mehr oder weni­ger feuch­ten Erde wird gemes­sen) und twit­tern auf Wunsch und im Not­fall, wie es der Pflanze geht:

@pothos bei twitter

Bis­her konnte man den Bau­satz nur für 100 Dol­lar in den USA bestel­len, bausteln.de ver­kauft aber ab dem 1. April das kom­plette Botanifon-Kit auch in Deutsch­land (natür­lich mit pas­sen­dem 240V-Netzteil mit Euroste­cker), siehe unser Shop.

Pre­miere fei­ert der Pflan­zen­ver­ste­her auf der re:publica’09 in Ber­lin — Deutsch­lands grö­ßer Social-Media-Konferenz vom 1. bis 3. April. Dort kann man am Tisch von bausteln.de die Bau­sätze begut­ach­ten, kau­fen und auf Wunsch unter Anlei­tung auch selbst vor Ort zusam­men­lö­ten (oder bei Unfähigkeit/Unwillen/keine Hände etc.) auch von uns zusam­men­lö­ten lassen.

Dank Open-Source-Hardware und –Soft­ware kann man sei­nen per­sön­li­chen Pflanzen-Twitter-Adapter natür­lich auch belie­big modi­fi­zie­ren — im Wesent­li­chen ist es ja nur ein etwas extra­va­gant geform­ter Arduino mit einem Netz­werk­mo­dul. Fast belie­bige Sen­sor­da­ten kön­nen also in den gewünsch­ten Inter­net­dienst gelei­tet wer­den, wenn man die Pro­gram­mie­rung verändert.

tag_iconTags: | | | | | | |

Alle Antworten auf diesen Artikel kann man im Kommentarfeed (RSS 2.0) folgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback aus deinem Blog schicken.

9 Kommentare zu „Botanifon: Wenn Pflanzen twittern“.

  1. […] das Twit­ter­pflanzen­set ist doch genau für Andreas erfun­den. Bei dem ver­durs­ten näm­lich sogar […]

  2. Nied­lich

  3. Jan :

    Kommt hier auch noch mal was Neues im Blog? Ich würde mich freuen.

  4. Philip Steffan :

    Kommt, ver­spro­chen — wir sind nur gerade in Ber­lin auf der re:publica und kom­men nicht zum Schrei­ben. Am Wochen­ende geht’s wei­ter mit den Inhalten.

  5. Finde die Idee ja prin­zi­pi­ell wirk­lich gut, ABER:

    1) einen Strom­an­schluss? Muss das sein? Ginge nicht ein Mini­so­lar­kol­lek­tor oder evtl. einen Wär­me­tau­scher für die Strom­er­zeu­gung. Ich weiß ja dass soll güns­tig sein, aber so müsste man jeder Pflanze ein Netz­teil spen­die­ren (das soweit ich ver­stan­den habe bei­ligt) und das ist alles andere als Umweltschonend.

    2) WLAN mög­lich? Patch­ka­bel durch die ganze Woh­nung, neeee. Muss nicht sein ;)

    Sonst sehr schön, werde mir das bei Gele­gen­heit mal in echt anschauen wenn ich in Ber­lin bin vielleicht.

  6. Philip Steffan :

    Tolle Ideen, Nils. Meine Idee einer Ver­sion 2.0 wäre auch eine Tren­nung von Sen­sor– und Netz­werk­mo­dul, so dass man auch meh­rere Sen­so­ren haben kann, die an eine Zen­trale fun­ken. Die Sen­so­ren wären dann solar­be­trie­ben, der Pro­zes­sor würde den größ­ten Teil der Zeit „schla­fen“, um weni­ger Strom zu ver­brau­chen und dann z.B. per XBee-Funk den Sta­tus an die Zen­trale wei­ter­zu­ge­ben (die dann über Kabel oder WLAN online geht).
    Das Schöne ist ja: Dank Open Source könnte das jeder ent­wi­ckeln. Ich habe sicher nicht die Zeit dazu, würde das aber auf jeden Fall unterstützen.

  7. […] dachte mir, für die ers­ten Geh­ver­su­che ist ein fer­ti­ger Bau­satz das beste. Daher habe ich mir das Bota­ni­fon als Bau­satz zuge­legt. Als alter Löt­hase, war das Zusam­men­bauen kein gro­ßes Pro­blem. Ein­zig der […]

  8. Pretty cool stuff;-)

    Super Idee, frü­her die manu­elle Lösung mit­tels Schlauch nun die twit­ternde Pflanze, die selbst nach Was­ser ruft.

  9. Wit­zige Sache. Wun­dert mich aber ein wenig, das das hier in Deutsch­land noch kei­ner rich­tig auf­ge­grif­fen hat. Bei so vie­len Pflan­zen­fans lässt sich damit bestimmt noch was Sinn­vol­les anstel­len :-)

Schreibe einen Kommentar.

Bitte fülle die Felder aus, um einen Kommentar zu hinterlassen.