Gesucht: Die Platine, die dem Breadboard gleicht.

20. April 2010 von Philip Steffan | 4 Kommentare

Es gibt ein Pro­blem. Dazu kurz zwei, drei Infor­ma­tio­nen dar­über, wie man auch in die­sen Tagen kleine elek­tro­ni­sche Schal­tun­gen und Pro­to­ty­pen auf­baut. Näm­lich mit Bre­ad­boards (Steck­boards, Steck­pla­ti­nen, Steck­bret­tern – die Bezeich­nun­gen sind nicht einheitlich):

Steckboard. Foto: Alex Lang, cc-by-sa

So sehen die Ver­bin­dun­gen im Inne­ren aus, die die Bau­teile verbinden.

Steckplatine innen

Hat man einen kom­ple­xe­ren Auf­bau fer­tig, der dau­er­haft im Ein­satz sein soll, ist es aber nicht mehr prak­tisch, dies für alle Zei­ten auf dem Bre­ad­board zu las­sen, da es nicht beson­ders sta­bil ist. Ein Umbau auf eine Pla­tine ist also nötig.

Vor­ge­bohrte Ras­ter­pla­ti­nen haben aber in der Regel ein ande­res Lay­out als das Bre­ad­board, sie sind als Loch– und Strei­fen­ras­terpla­ti­nen erhält­lich. Das bedeu­tet, dass ent­we­der jedes Loch einen ein­zel­nen Kup­fer­ring hat oder dass jeweils die Löcher jeder Reihe (oder Spalte) mit Kup­fer ver­bun­den wer­den. Es gibt auch eine Misch­form, bei der jeweils drei Löcher ver­bun­den sind.

Was es – soweit ich weiß – in Europa aber nicht gibt, sind fer­tige Pla­ti­nen, die sich für die 1:1-Übertragung des Breadboard-Layouts eig­nen. Also Pla­ti­nen, deren Kup­fer­bah­nen genau so lie­gen, wie beim Rönt­gen­bild des Bre­ad­boards oben.

Die Ame­ri­ka­ner haben so etwas. Radio­Shack (quasi das ame­ri­ka­ni­sche „Con­rad Elec­tro­nic“) bie­tet seit Men­schen­ge­den­ken das matching Prin­ted Cir­cuit Board in zwei Grö­ßen an, mit dem der elek­tro­nik­in­ter­es­sierte Mensch seine Breadboard-Schaltungen 1:1 ver­lö­ten kann:

RadioShack matching pcb

Hier­zu­lande habe ich das noch nie käuf­lich gese­hen. Das ist auch nicht wirk­lich ein Pro­blem, da eine Schal­tung, die noch auf eine sol­che Pla­tine passt, nur begrenzt kom­plex ist und es daher noch zumut­bar ist, sie für eine „nor­male“ Ras­ter­pla­tine umzu­ge­stal­ten oder gleich eine eigene pas­sende Pla­tine am Com­pu­ter berech­nen zu las­sen. Den­noch bin ich auch im Inter­net schon über Anlei­tun­gen für Schal­tun­gen gestol­pert, die diese Pla­tine voraussetzten.

Aber ich sagte ja: Es gibt ein Pro­blem. Näm­lich, weil es im rela­tiv neuen Elektronik-Einsteigerbuch aus dem Hause O’Reilly, Make: Elec­tro­nics, in Kapi­tel 3 um diese Pla­tine von Radio­Shack geht. Nicht nur bei­läu­fig, nein; die Alarm­an­lage, die die Lese­rin in die­sem Kapi­tel nach­bauen soll (und dabei die Grund­la­gen von Elek­tro­nik und Löten erler­nen soll), stützt sich ganz defi­ni­tiv auf die Ver­füg­bar­keit der genann­ten Spezialplatine.

Das ist des­halb ein Pro­blem, weil das Buch in eini­gen Wochen auch auf Deutsch erschei­nen wird. Ich habe als Über­set­zer brav für alle im ame­ri­ka­ni­schen Ori­gi­nal emp­foh­le­nen Geräte und Bau­teile ent­spre­chende deut­sche Bezugs­quel­len recher­chiert. Es bringt ja nichts, der inter­es­sier­ten Lese­rin in einem deut­schen Text nahe­zu­le­gen, sich Werk­zeuge und Tran­sis­to­ren bei Home­De­pot, Radio­Shack und ande­ren US-Anbietern zu besor­gen, wenn sie doch hier bei (z.B.) Horn­bach und Rei­chelt Elek­tro­nik fün­dig wer­den kann.

Nur diese Pla­tine, die ist wohl ein ame­ri­ka­ni­sches Spe­zi­fi­kum. Man braucht sie aber lei­der auch, wenn man der deut­schen Buch­über­set­zung fol­gen will. Und, ganz abge­se­hen vom Buch, wäre diese Pla­tine sicher auch hier­zu­lande für die Baust­le­rin, die schnell zum fer­ti­gen Gerät kom­men will, eine kleine Hilfe.

Inso­fern: Import ist sicher die letzte sinn­volle Lösung. Daher ein klei­ner Auf­ruf: Hat jemand eine sol­che Pla­tine schon bei einem euro­päi­schen Anbie­ter gese­hen? Gibt es viel­leicht in Fern­ost einen Lie­fe­ran­ten? Hat jemand einen Ein­blick, was die Pro­duk­tion sol­cher Pla­ti­nen kos­ten würde? Möchte jemand zum Her­stel­ler wer­den? Ich freue mich über eure Rückmeldungen.

(Natür­lich dür­fen sich auch männ­li­che Leser/Baustler ange­spro­chen fühlen.)

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4 Kommentare zu „Gesucht: Die Platine, die dem Breadboard gleicht.“.

  1. Lei­der keine Bezugs­quelle, bloß der für mich nahe­lie­gendste Work­a­round: ich hab‘ frü­her ggf. auf Loch­pla­ti­nen ein­fach Bah­nen mit Löt­zinn gezo­gen (oder alter­na­tiv auf Strei­fen­pla­ti­nen die Bah­nen durch­trennt). Klar, das ist umständ­li­cher als eine fer­tige Pla­tine, aber: wie oft braucht man’s letz­ten Endes?

  2. Dirk Krause :

    Wenn es das in Europa schon gäbe, wäre das Pro­blem in der Tat gelöst, stimmt.

    Aber ist das nicht genau eine Gele­gen­heit für Euren Shop? Es müss­ten sich in die­sem Blog­ein­trag ja nur genü­gend Inter­es­sen­ten für das Teil regis­trie­ren, damit sich eine Sam­mel­be­stel­lung lohnt.

    Ich nehme in die­sem Fall neben­bei zwei davon :-) .

  3. Also ich suche auch schon seit län­ge­rem nach die­sem Pla­ti­nen­de­sign. Auch wenn es viele Argu­mente für andere Designs gibt, bie­tet es gerade für Anfän­ger die Mög­lich­keit, ihre Breadboard-Schaltung 1:1 zu über­tra­gen. Für Work­shops eine ideale Mög­lich­keit. Ich würde sie auf jeden Fall kaufen.

  4. EDN GmbH :

    Das wird inzwi­schen von uns ange­bo­ten. Meh­rere Ver­sio­nen der­zeit bei ebay, z.B. http://www.ebay.de/itm/Steckbrett-Experimentier-Platine-Laborkarte-Erweiterungen-190-x-55-mm-/250902595725?pt=Bauteile&hash=item3a6af5c88d

    Oder direkt bestel­len via email an v ertrieb@edn.de

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