Mobiles Fab Lab in Hamburg

10. August 2010 von Philip Steffan | 3 Kommentare

Wie bereits ange­kün­digt war in der ver­gan­ge­nen Woche der nie­der­län­di­sche Fab Lab Truck auf Ein­la­dung der Ini­ta­tive Fabu­lous St. Pauli in Ham­burg. Niels Boe­ing hat für die Tech­no­logy Review ein infor­ma­ti­ves Inter­view mit Jaap Ver­maas vom Fab Lab Truck geführt: Maschi­nen als Spiel­zeuge prä­sen­tie­ren.

TR: Was haben Sie mit dem Truck vor?

Ver­maas: Zum einen will ich zei­gen, was diese Maschi­nen bereits kön­nen, und sie an Orte brin­gen, wo die Leute sie erle­ben kön­nen. Zum ande­ren will ich ver­su­chen, die Maschi­nen zu ver­bes­sern, so dass die Men­schen sie leich­ter selbst bauen kön­nen.
Ich glaube, es ist wich­ti­ger, die Maschi­nen zu ver­ein­fa­chen, als sehr viel Wert auf die Qua­li­tät der Maschi­nen zu legen. Teu­rere, prä­zi­sere Maschi­nen sind schwe­rer selbst zu bauen. Um die Fab-Lab-Technologie wei­ter zu ver­brei­ten, brau­chen wir also vor allem leicht bedien­bare Maschi­nen, die mit Open-Source-Software laufen.

An einer Stelle irrt Boe­ing: Die Fablab-Szene in Deutsch­land ist zwar noch nicht soweit wie in Hol­land, aber den­noch durch­aus vor­han­den: In zahl­rei­chen Hacker­spaces und Krea­tiv­la­bo­ren wird auch hier gemein­sam geforscht und gebaut und in fast jeder grö­ße­ren Stadt gibt es unter­schied­lich weit gedie­hene Initia­ti­ven, im Februar fand zudem ein Ver­net­zungs­tref­fen in Bre­men statt. (Nicht zuletzt schreibe ich diese Zei­len in der Open Design City in Ber­lin, die alle Punkte der offi­zi­el­len Fab-Lab-Charta erfüllt.)

Fotos von der Aktion auf St. Pauli gibt es bei Flickr u.a. von mir und ihdl sowie auf der Seite von Fabu­lous St. Pauli.

tag_iconTags: | | | | | |

Alle Antworten auf diesen Artikel kann man im Kommentarfeed (RSS 2.0) folgen. Du kannst einen Kommentar hinterlassen oder einen Trackback aus deinem Blog schicken.

3 Kommentare zu „Mobiles Fab Lab in Hamburg“.

  1. nbo :

    lie­ber philipp,

    da diese dis­kus­sion, wie viele fab labs es in D gibt oder nicht gibt, ver­schie­dent­lich auf­taucht: wenn ich sage, dass D noch nicht so weit ist, meine ich expli­zite fab labs im sinne der fab char­ter — und keine hacker spaces etc. irgend­je­mand wollte mir schon die c-base in ber­lin als fab lab verkaufen.

    das ist nicht das­selbe, und ich finde es auch wich­tig, da prä­zise zu sein. beim fab-lab-konzept geht es auch ganz stark um die soziale ein­bin­dung der anwoh­ner, die offen­heit vor ort, die über­win­dung der tech­no­kra­tie. das ist keine ver­an­stal­tung von spezialisten.

    ich war im februar selbst in bre­men auf dem fab lab camp und denke, dass wir 2011 einige fab labs hier­zu­lande haben wer­den. da kommt gerade eine menge in gang. das ist toll.

    aber die hie­sige szene sollte ein­fach mal akzep­tie­ren, dass NL viel! wei­ter ist. dann die ärmel hoch­krem­peln, fab labs star­ten und die bevöl­ke­rung rein­ho­len und wei­ter­bil­den. das ist der auftrag.

    ciao, nbo

  2. Philip Steffan :

    Hi Niels,

    danke für dei­nen Kom­men­tar. Die Nie­der­lande sind da natür­lich viel wei­ter, was auch an tol­len Orga­ni­sa­tio­nen wie waag liegt — dort war man ja auch mit der nie­der­län­di­schen Abtei­lung von Crea­tive Com­mons schon Jahre vor Deutsch­land am Start, so dass wir uns noch vor eini­gen Jah­ren für CC-Veranstaltungen die Exper­ten von dort ein­ge­la­den haben.

    Ich bin auch ein star­ker Kri­ti­ker des rei­nen Hackerspace-Konzepts, weil ich selbst erlebt habe, wie wenig zugäng­lich diese Orte sein kön­nen und wie stark die Abgren­zung zur Umge­bung und gegen­über poten­ti­ell inter­es­sier­ter Men­schen oft ist.

    Deine Bemer­kung im Inter­view, es würde in Deutsch­land fast nichts pas­sie­ren, kam mir halt nur etwas zu abso­lut vor. Es kam mir ein wenig vor wie eine Gering­schät­zung der Arbeit und Bemü­hun­gen von Men­schen, die ich kenne oder mit denen ich zusam­men­ar­beite, die genau diese Dinge gerade anschieben.

    So oder so, der Blick geht nach vorne und ich freue mich dar­auf, was alles so ansteht und ich hoffe, dass ich dabei hel­fen kann.

  3. nbo :

    na, ich hab doch im inter­view nur geschrie­ben, dass es in D nur ein offi­zi­el­les fab lab gibt. das ist nun auch nicht das­selbe wie zu sagen, dass fast nichts passiert.

    und die kri­tik rich­tet sich, wenn über­haupt, an offi­zi­elle insti­tu­tio­nen (for­schungs­in­sti­tute, unis). die hie­sige inge­niers­kul­tur fin­det das kon­zept selt­sam, und gers­hen­feld wird auf kon­fe­ren­zen als keynote speak­ter nur ein­ge­la­den, weil man glaubt, man müsste noch einen „visio­när“ im pro­gramm haben. dabei ist das kon­zept längst realität.

    ich bin aber sehr zuver­sicht­lich, dass die sache hier nun „von unten“ ins rol­len kommt.

Schreibe einen Kommentar.

Bitte fülle die Felder aus, um einen Kommentar zu hinterlassen.