Arduino-Einführung

Der Arduino ist  eine ein­fa­che und viel­sei­tige Expe­ri­men­tier­platt­form, eine Art klei­ner Mini-Computer. Sie besteht aus der Arduino-Hardware, einer hand­tel­ler­gro­ßen Pla­tine mit einer Viel­zahl von Anschlüs­sen und der Arduino-Software, einer Ent­wick­lungs­um­ge­bung (IDE) für den PC, in der man die Pro­gramme schreibt, die auf dem Gerät ablaufen.

Arduino Duemilanove

Sowohl die Soft­ware als auch die Hard­ware ste­hen unter Open-Source-Lizenzen. Alle Bau­pläne und Quell­texte sind also ver­öf­fent­licht und dür­fen für eigene Zwe­cke ange­passt wer­den. Die Ent­wick­lungs­um­ge­bung ist für Linux, OS X und Win­dows kos­ten­los verfügbar.

Arduino-Entwicklungsumgebung

Mit der Arduino-Plattform kann man ohne große Vor­kennt­nisse Sen­so­ren wie Schal­ter, Dreh­reg­ler, Licht– und Bewe­gungs­sen­so­ren aus­le­sen und diese Daten ver­ar­bei­ten, indem man sie ent­we­der über USB oder andere Schnitt­stel­len wei­ter­lei­tet oder direkt ohne ange­schlos­se­nen Com­pu­ter eine ent­spre­chende Aus­gabe aus­löst, zum Bei­spiel mit Leucht­di­oden, Laut­spre­chern oder Motoren.

Hier ist die neuste Ver­sion der Arduino-Hardware abge­bil­det, der Arduino Duemi­la­nove (ita­lie­nisch für „2009“). Die wich­tigs­ten Anschlüsse und Bestand­teile sind die folgenden:

Mikro­con­trol­ler

arduino_atmel

Der Mikro­con­trol­ler ist das Gehirn des Ardui­nos. Er ist quasi ein klei­ner Com­pu­ter auf einem Mikro­chip. Es han­delt sich um einen Atmel ATmega168, der 16 Kilo­byte Flash-Speicher (sozu­sa­gen die Fest­platte) und 1 Kilo­byte SRAM (den Arbeits­spei­cher) ent­hält und einen Sys­tem­takt von 16 Mega­hertz hat. Das ist viel weni­ger als z.B. ein nor­ma­ler Lap­top, aber die Pro­gramme im Arduino benö­ti­gen auch nur sehr wenig Platz.

USB-Anschluss

arduino_usb

Über den USB-Anschluss ver­bin­det man den Arduino mit dem PC. Über diese Ver­bin­dung kopiert man das Pro­gramm, das auf dem Arduino ablau­fen soll, in den Spei­cher des Mikro­chips. Wäh­rend das Pro­gramm läuft, kann man außer­dem Daten mit dem Arduino aus­tau­schen. Das kann man z.B. dazu nut­zen, vom PC aus einen Motor zu steu­ern oder umge­kehrt, um vom Arduino gemes­sene Werte wie die Stel­lung eines Dreh­reg­lers in einem PC-Programm auszulesen.

Strom­ver­sor­gung

arduino_vcc

Der Arduino läuft aber auch ohne PC und führt das in ihm gespei­cherte Pro­gramm aus, dazu braucht er nur Strom, mit dem man ihm über diese Buchse mit einer Bat­te­rie oder einem Netz­teil (9 Volt) ver­sor­gen kann.

Digi­tale Ein– und Ausgänge

arduino_digital

Die obe­ren Buch­sen­leis­ten sind ins­ge­samt 14 digi­tale Ein– oder Aus­gänge. Man kann dort also Schal­ter oder Tas­ter anschlie­ßen, um etwas zu steu­ern (als Ein­gang) oder Laut­spre­cher, Leucht­di­oden oder andere Bau­teile ein– und aus­schal­ten (als Aus­gang). Digi­tal bedeu­tet, dass dort ent­we­der kein Strom fließt (digi­tal 0) oder Strom fließt (digi­tal 1), Zwi­schen­werte gibt es nicht. Elek­trisch lie­gen bei „0“ bzw. „aus“ 0 Volt an, bei „1“ oder „ein“ 5 Volt.

Die sechs Aus­gänge mit der Beschrif­tung „PWM“ (pulse width modu­la­tion) kön­nen den­noch dafür genutzt wer­den z.B. die Hel­lig­keit von Leucht­di­oden oder die Geschwin­dig­keit eines Motors zu regeln: Puls­brei­ten­mo­du­la­tion bedeu­tet, dass der Aus­gang sehr schnell ein– und aus­ge­schal­tet wird, wobei die Dauer des „ein“-Zustands kür­zer oder län­ger sein kann.

Ana­loge Eingänge

arduino_analog

Der linke Teil der unte­ren Buch­sen­leis­ten ist mit „Ana­log in“ beschrif­tet: Hier wer­den Sen­so­ren ange­schlos­sen, die einen belie­bi­gen Wert lie­fern kön­nen, also nicht nur „ein“ oder „aus“. Das kön­nen Dreh– oder Schie­be­reg­ler sein oder Sen­so­ren, die z.B. Druck, Hel­lig­keit, Tem­pe­ra­tur, Magne­tis­mus oder Bewe­gung regis­trie­ren. Diese wer­den vom Arduino in der Regel mit 5 Volt ver­sorgt und lie­fern als Meß­wert dann eine Span­nung zwi­schen 0 und 5 Volt zurück.

Die­ser ana­loge Wert wird mit einer Auf­lö­sung von 10 Bit digi­ta­li­siert, das bedeu­tet, dass der Pro­zes­sor einen Wert zwi­schen 0 und 210–1 = 1023 erhält.

Wei­tere Anschlüsse

arduino_pins

An der Buch­sen­leiste in der Mitte unten lie­gen diverse nütz­li­che Anschlüsse:
An „Vin“ (Vol­tage in) steht die Ein­gangs­span­nung der Strom­ver­sor­gung (um 9 Volt) zur Ver­fü­gung.
„Gnd“ (Ground) ist in die­sem Fall der „Minus­pol“, an dem O Volt anlie­gen und den man braucht, um Strom­kreise zu schlie­ßen.
„5V“ (5 Volt) ist hier der „Plus­pol“ der 5-Volt-Spannungsversorgung, mit der auch der Arduino läuft.
„3V3“ (3,3 Volt) ist eine wei­tere Span­nung, die für man­che andere ele­tro­ni­sche Kom­po­nen­ten benö­tigt wird und hier abgreif­bar ist.
An den „Reset“-Anschluß kann man einen Tas­ter anschlie­ßen, der wie der auf der Pla­tine auf­ge­lö­tete Reset-Taster den Arduino neu star­tet, wenn diese Lei­tung mit „GND“ ver­bun­den wird.