Der Online-Fachbuchdienst PaperC hat kürzlich bekannt gegeben, dass nun 600 Bücher aus dem O’Reilly Verlag online verfügbar sind. Bei PaperC kann man kostenlos die Bücher am Bildschirm lesen, gegen Bezahlung sind auch der Ausdruck und Funktionen wie Anmerkungen möglich. Für Recherchezwecke im wissenschaftlichen und universitären Umfeld sicher für manche ein sinnvolles Tool.
Der Elektrische Reporter Mario Sixtus nimmt sich in der aktuellen Folge dem Thema Fabbing an, sprich der Produktion von anfassbaren Dingen aus digitalen Vorlagen am eigenen Schreibtisch. Der Beitrag konzentriert sich auf den Open-Source-3D-Drucker Makerbot funktioniert sehr gut als Einführung in die Thematik:
Das Video ist auch eine gute Vorbereitung auf das Fab Lab Camp, dass am 27. Februar in Bremen stattfindet – das Barcamp beschäftigt sich mit der Gründung sogenannter Fab Labs, also Orten, die alle Werkzeuge und Maschinen anbieten, um den Sprung vom digitalen Design zum Objekt zu machen. Das können neben 3D-Druckern auch Lasercutter und computergesteuerte Fräsen sein.
Und wer sich für den Makerbot interessiert: Unser Exemplar (seit einiger Zeit spontan mit dem Codenamen „Rocker”) kann z.B. jeden Mittwoch Abend während unserer Offenen Werkstatt im Studio 70 hier in Berlin ausprobiert und angesehen werden.
Gestern habe ich den Auduino einfach mal schnell nachgebaut – man braucht nur einen Arduino und fünf Drehregler dazu. Hier das kleine Video, das wir danach auf unserem wöchentlichen offenen Workshop davon gedreht haben:
Wir benutzen ja sehr gerne die Arduino-Hard‑ und Software, um Ideen schnell in Geräte-Prototypen umzusetzen. (Eine Einführung gibt es hier.)
Einige im Internet entdeckte Arduino-relevante Entwicklungen der letzten Tage und Wochen habe ich in der Folge mal zusammengefasst. Das ist nicht immer einsteigerfreundlich, zeigt aber, auf welche Art und Weise offen verfügbare Hardware genutzt werden kann.
Bitlash
Bitlash ist ein Kommandozeileninterface (Shell) für den Arduino. Wenn man das Programm (in Arduino-Sprache „Sketch“ genannt) auf seinem Modul installiert, kann man einfach über die serielle Schnittstelle mit einer einfachen Kommandosprache mit dem Arduino kommunizieren. Das vereinfacht die Ansteuerung von externer Hardware (z.B. Motoren), da man so direkt Befehle mit verschiedenen Parametern ausprobieren kann.
Mit der Arduino-Oberfläche geht es zwar auch recht zügig, da man einfach den Sketch abändert und neu hochlädt, aber in Situationen, wo man nur eben schnell auf Tastendruck einzene Arduino-Pins ein‑ oder ausschalten will, könnte Bitlash hilfreich sein.
Pyxis OS
Pyxis OS geht noch weiter und ist ein komplettes Betriebssystem, dass sich auf Arduino-Boards installieren läßt. Das System bringt gleich schon Programmbibliotheken (libraries) für die Ansteuerung von Speicherkarten (Micro-SD), Grafikausgabe auf kleinen Bildschirmen und Tastenabfrage mit, bietet sich also für die Entwicklung eigener kleiner Organizer‑ähnlichen Geräte an.
Die Firma Skewworks bietet Pyxis OS und die Entwicklungsumgebung Pyxis Studio zum freien Download an. Pyxis Studio gibt es auch in einer erweiterten Version zum Kauf ab 10 Dollar, Kundensupport inklusive. Ebenfalls wird passende Hardware angeboten, falls man nicht selbst zum Lötkolben greifen will.
Amarino
„Android meets Arduino“ – Armarino ist ein Set von Programmen, das die Kommunikation zwischen dem Arduino und Smartphones mit dem Open-Source-Betriebssystem Android ermöglichen. Unter anderem benutzen das HTC Hero, das Motorola Milestone und im „Google-Handy“ Nexus One das Android-System.
Das sogenannte Toolkit besteht aus einer Amarino-Applikation für das Handy und der „MeetAndroid”-Library für den Arduino. Die Kommunikation läuft dabei über Bluetooth, also braucht man ein Bluetooth-Shield für den Arduino oder benutzt gleich den offiziellen Arduino BT, der Bluetooth statt USB mitbringt.
Arduino Ethernet
Für den Arduino ist ein offiziell unterstütztes Netzwerk-Shield verfügbar, mit dem man (jedenfalls hardwareseitig) den Arduino sehr schnell in ein kabelgebundenes Netzwerk (LAN) und damit das Internet einbinden kann. Georg Kaindl bietet mit Arduino Ethernet ein Paket mit drei Libraries an, die die nötige Softwareentwicklung vereinfachen.
Vor allem die Module EthernetDHCP und EthernetDNS sind sicher für viele Zwecke interessant. Ohne weiteres konnte der Netzwerk-Baustein auf dem Shield sich nämlich nicht selbst eine IP-Adresse zuweisen (DHCP), sondern musste mit einer festen Adresse im Softwarecode versehen werden.
EthernetDNS ermöglicht die Auflösung von Domainnamen in IP-Adressen, vereinfacht also die Kommunikation mit dem Internet, da man wie im Browser eine Adresse wie bausteln.de direkt ansteuern kann, ohne die IP kennen zu müssen.
Auduino
Zum Abschluss noch etwas älteres zum Anschauen, da es gerade per Twitter hier aufschlug (danke, Mike): Auduino ist ein kleiner Synthesizer, der sich aus einem Arduino und fünf Drehreglern bauen läßt. Dank Granularsynthese bekommt man sogar nette Sounds, die über das bekannte Piepsen von Rechteckwellen hinausgeht:
(Wer das Piepsen mag, wird sich aber dennoch freuen, dass in der jüngst erschienenen Version 18 der Arduino-Software jetzt der neue Befehl tone() existiert, mit dem man noch einfacher Geräusche ausgeben kann.)